Kristin Kambach
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07.12.2012

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Der norwegische Netzbetreiber Statnett und sein deutsch-niederländisches Pendant Tennet haben nach zweijähriger Beratungsphase den Bau eines Unterseekabels in konkrete Bahnen gelenkt. Hierzu unterschrieben die beiden Parteien einen Rahmenvertrag in Frankfurt am Main, nach dem das 1.400 Mega-Watt Unterseekabel Ende 2018 in Betrieb genommen werden kann. Ein Investitionsvolumen von 1,5 bis 2 Mrd. Euro, das sich nicht nur für die Netzbetreiber lohnen, sondern sich auch positiv auf den Strompreis in Deutschland und Norwegen auswirken soll. Da es fast ausschließlich regenerativ erzeugten Strom transportieren wird, heben die Beteiligten in ihrer Veröffentlichung zudem den wichtigen Beitrag zum Klimaschutz hervor[1].

Vor zwei Jahren begannen die Verhandlungen zum Bau des Unterseekabels zwischen den europäischen Netzbetreibern Tennet und Statnett. Ein Projekt immensen Ausmaßes, für dessen Realisierung die Beteiligten eine Bauzeit von vier Jahren anvisieren. Auch wenn über die exakte Lage des Kabels erst im Jahr 2013 entschieden wird, gilt es bereits jetzt als sicher, dass es an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste seinen Anfang bzw. Ende finden wird. Von norwegischer Seite ist das Städtchen Flekkefjord im Gespräch.

Die Verbindung wird entlang des Nordseegrunds in ca. 400 Metern Tiefe führen und eine ungefähre Länge von 600 Kilometern haben. Das Kabel soll Hochspannungs-Gleichstrom (Durchmesser 11 cm) mit einer maximalen Kapazität von 1.400 MW transportieren können, welches in etwa der Leistung des (stillgelegten) Atomkraftwerks Unterweser entspricht. Da sowohl das deutsche wie auch das norwegische Stromnetz auf Wechselstrom basieren, bei dem der Energiefluss gleichzeitig in beide Richtungen erfolgen kann, muss dieser mittels Stromrichterstationen vor Eintritt in das Unterseekabel modifiziert werden. Ein zusätzlicher Punkt, der für die Kostenintensivität des Projekts verantwortlich ist. Nach Angabe beider Parteien belaufen sich diese auf 1,5 bis 2 Milliarden Euro und werden je zur Hälfte von Statnett sowie Tennet und der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) getragen. Letztere planen für diesen Zweck die Gründung einer Projektgesellschaft.

Sinn und Zweck des Ganzen

Das Nordseekabel ist darauf ausgelegt, die Stromnetze beider Länder nachhaltig zu stabilisieren und Stromverluste – wie erst kürzlich vom Bundesverband Windenergie (BWE) bekannt gegeben – zu vermeiden[2]. Dies soll durch den Austausch von überschüssigem Wasserkraft-Strom aus Norwegen und solchem aus Solar- und Windkraft seitens deutscher Produzenten erfolgen. Das heißt in der Praxis: Bei Windstille und wenig Sonnenstrahlung erhält Deutschland günstigen Wasserkraftstrom aus Norwegen und bei Knappheit in Skandinavien werden regenerativ erzeugte Energiemengen aus Solar- und Windkraft geschickt.

 

Weiterführende Informationen:

Pressemitteilung von Tennet (deutsch)

Pressemitteilung von Statnett (englisch)

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