Gibt es zukünftig mehr Wasser in trockenen Regionen?

Kristin Kambach
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07.11.2012

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Windanlagen in der Wüste

Eine neue Alternative zur Trinkwassergewinnung sorgt insbesondere in regenarmen Regionen der Welt für Aufmerksamkeit. Anstatt kostenintensiver Meerwasserentsalzung und aufwändigem Grundwasserbrunnenbau wird nun versucht, Windräder zur Wassergewinnung aus der Luft einzusetzen.

Als „WMS1000“ wird die hergestellte Windkraftanlage von Eole Water aus Frankreich bezeichnet. Dieser Prototyp wurde bereits vor knapp einem Jahr in Abu Dhabi in Betrieb genommen. Bisher kann die Windturbine mit einer Kapazität von 30 Kilowatt täglich 500 bis 800 Liter Wasser aus trockener Wüstenluft liefern. Ausgelegt ist dieser Prototyp sogar für 1000 Liter täglich.

Die Wassergewinnung beginnt durch das Ansaugen der Luft über die Nase der Turbine. Die zunächst aufgeheizte Luft wandelt sich in Dampf um. Dieser wird beim Herunterkühlen mit Hilfe eines Kompressors verdichtet, sodass das enthaltene Wasser kondensiert. Durch dieses raffinierte Kondensationssystem wird ermöglicht, dass sogar in trockenen Gebieten der Welt mit nur 15 % bis 30 % Luftfeuchtigkeit, Trinkwasser gewonnen wird. Darüber hinaus kann gleichzeitig die Menge an Strom produziert werden, die für das Filtern und Entkeimen des Wassers benötigt wird. Aufgefangen wird das Trinkwasser in einem Sammeltank.

Nach dem Gründer des Unternehmens Eole Water, Marc Parent, läuft das Rad bei ausreichend Wind komplett eigenständig. Solange eine Geschwindigkeit von mindestens 24 km/h erreicht wird, kann die tägliche Wasserproduktion garantiert werden. Doch woher wird die Energie bezogen, wenn der Wind still steht? Abgesehen von dieser offenen Frage, wird zudem über eine flächendeckende Wassersversorgung diskutiert.

Eine Variante wäre das Aufstellen von zahlreichen Windparks mit vergrößerten Rotordurchmessern je Windrad. Zumindest sind die Einsatzmöglichkeiten der Windräder zur Trinkwassergewinnung vielfältig. Egal ob in der Wüste, in Katastrophengebieten oder im ökologischen Anbau, Wasser wird in weitreichenden Gebieten der Erde dringend benötigt. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Laut Eole Water kostet der Prototyp derzeit mindestens eine halbe Million Euro.

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Windrad gewinnt Trinkwasser aus heißer Wüstenluft, 5.0 out of 5 based on 1 rating