Kristin Kambach
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23.01.2013


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Mit dem Begriff „Cloud“ assoziieren die meisten Verbraucher sicherlich vorrangig ein virtuelles Speichermedium, in dem man private Daten ablegen und diese von jedem Internetanschluss aus bearbeiten und abrufen kann. Diesen Grundgedanken, nämlich das Speichern großer (Daten-)Mengen in einem übergeordneten System, macht sich nun die Energie-Forschung zunutze.
Das Forschungszentrum Next Energy in Oldenburg wird in den nächsten vier Jahren mit dem Institut Elenia der TU-Braunschweig ein neues System entwerfen, das als Speicher von Energie dienen soll. Die sogenannte Energy Storage Cloud wird alle dezentral verteilten Speicherkapazitäten der verschiedenen Betreiber an einem zentralen Ort verwalten und schließlich die benötigten Mengen an Energieanbieter und Käufer verteilen.

Was bedeutet das und was ist das genaue Ziel?

Übergeordnetes Ziel dabei ist, den Strombedarf der Haushalte möglichst exakt zu erfassen, damit sich die Kraftwerksbetreiber daran orientieren und bedarfsgenau Energie liefern können. Auf diese Weise sollen zukünftig Überschüsse reduziert und Energiemengen zugleich zwischengespeichert werden. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der Zunahme volatiler Energieträger (Windkraft, Photovoltaik) notwendig, weil deren Produktion schwer kalkulierbar ist. In der Vergangenheit hatte dies mehrfach dazu geführt, dass Deutschland überschüssigen Strom an Nachbarstaaten verschenken musste.

Erster überregionaler Test geplant

In einem überregionalen Feldtest sollen Leistung, Kommunikation und Steuerung der Energy Cloud erprobt werden. Hierfür werden 13 Batteriespeicher aus Oldenburg, Frankfurt/Main und Stuttgart zu einem virtuellen Großspeicher verbunden. Nach Aussage der Wissenschaftler wird durch die gebündelte Nutzung eine deutliche Effektivitätssteigerung erreicht.

Ähnliches System bereits in Saarlouis getestet

Im Stadtgebiet von Saarlouis wird derzeit eine ähnliche Anlage bei ca. 500 Wohneinheiten getestet (Laufzeit: 2011 bis 2014). Den teilnehmenden Häusern wurde zusätzlich zum normalen Stromnetz ein Glasfaserkabel in das Haus gelegt, um die einwandfreie Übertragung der Verbrauchsdaten zu gewährleisten. Die Daten helfen den teilnehmenden Kraftwerken, den aktuellen Verbrauch zu messen, um die Produktion von Energie an den tasächlichen Verbrauch anzupassen. Das Projekt trägt den Namen Peer Energy Cloud und ist Teil des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekts Trusted Cloud.

Weiterführende Informationen:

http://www.business-on.de/weser-ems/oldenburger-forschungszentrum-strom-speichern-in-der-energy-cloud-_id28199.html

http://www.seeburger.de/utilities-versorger/peerenergycloud-dienste.html

http://www.dfki.de/web/presse/pressemitteilungen_intern/2011/burgermarktplatz-fur-den-handel-mit-erneuerbaren-energien/

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