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07.02.2013

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Landwirt mit Solaranlagen

2012 war das Jahr der Solarenergie. Obwohl man wegen der Verringerung der Einspeisevergütung ein Einbruch im Markt erwartet hatte, wurden mehr Solaranlagen neu installiert, als jemals zuvor. So erreichte die installierte Gesamtleistung in Deutschland 2012 insgesamt rund 7630 Megawatt und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem Vorjahr (7500 MW). Allein im Dezember 2012 wurden neue Anlagen mit einer Leistung von 360 MW gemeldet, wobei das Jahreshoch mit 1790 Megawatt im Juni lag.

Damit werden aktuell 32.400 Megawatt erzeugt, was bei voller Sonneneinstrahlung dem Produktionsvolumen von 23 großen Atomkraftwerken entspricht. Laut Angaben der Energiebranche deckt Photovoltaik etwa 5 Prozent des bundesweiten Strombedarfs. Als Grund für die steigende Anzahl von Solaranlagen auf Dächern und in Solarparks wird der Preisverfall bei Modulen durch die billige Konkurrenz aus China genannt. Deutsche Unternehmer profitierten jedoch nur bedingt vom Photovoltaik-Boom, viele mussten Konkurs anmelden.

Wie Energieexperte Holger Krawinkel von der Verbraucherzentrale Bundesverband laut der zeit betont, wurden allein in den letzten drei Jahren 22.000 Megawatt an neuer Solarleistung installiert. Dieser Zuwachs an umweltfreundlichem Strom geht jedoch mit Strompreiserhöhungen daher.
Der Boom in der Branche sorgt bei den Verbrauchern für Zusatzkosten, da die Ausgaben für die auf zwanzig Jahre garantierten festen Vergütungssätze per Ökostromumlage auf die aktuellen Strompreise aufgeschlagen werden. Das ergibt einen bis zu 12 Prozent höheren Endkundenpreis. Zu Beginn des Jahres wurde die Erneuerbare-Energien-Umlage von 3,59 auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Eine Maßnahme, die unter anderem mit den hohen Solarkosten und der Ausweitung von Rabatten für die Industrie bei den Förderkosten erklärt wird. Allerdings sollen die Erhöhungen durch die EEG-Novelle im Sommer dieses Jahres ausgebremst werden. Aktuell werden seit Jahresbeginn nur noch 17,02 Cent je Kilowattstunde für Dachanlagen und 11,78 Cent je Kilowattstunde für Solarparks gezahlt.

Das Umweltbundesministerium geht außerdem davon aus, dass sich im Laufe dieses Jahres ein Rückgang im Photovoltaikausbau bemerkbar machen wird. Aktuell ist die Anzahl der gebauten Anlagen noch steigend, der Bau wird sich jedoch durch die geringere Einspeisevergütung voraussichtlich schon bald für viele Interessierte nicht mehr rechnen. Bund und Länder vereinbarten zudem, dass ab einer installierten Leistung von 52.000 Megawatt keine Förderung mehr gewährt wird. Darüber hinaus sollen bei bestimmten Zubauraten monatliche Förderkürzungen automatisch greifen.

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