Zukünftig Photovoltaikanlagen in den Bergen?

Kristin Kambach
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25.01.2013

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Solarzelle auf einem Berg

Wird das Thema Stromerzeugung durch Solarenergie angesprochen, assoziiert man hiermit in erster Linie Sonnenschein und hohe Temperaturen. Dabei hängt die Effizienz der solaren Stromerzeugung nicht nur von Temperaturen, sondern gerade auch von der geographischen Lage und der Intensität der Sonneneinstrahlung ab.

Japanische Forscher sammeln neue Erkentnisse zu Photovoltaikanlagen

Bisher waren nur wenige Daten zum idealen Standort von Photovoltaikanlagen bekannt. Ein Team aus japanischen Wissenschaftlern unter der Leitung von Kotaro Kawajiri nutzten diese wenigen Erkenntnisse nun als Basis für weitergehende Forschung. Hierbei wandten sie ein spezielles Verfahren an, welches die Wirkung der Temperatur auf die Leistung der Solarzellen berücksichtigt.

Die vorherrschende Annahme, dass Regionen mit hohen Temperaturen, wie etwa die südwestliche Wüste der USA, hervorragende Gebiete für Solaranlagen sind, konnte während des Forschungsprojekts bestätigt werden.

Sonneneinstrahlung in kalten Regionen höher

Der wichtigere Erkenntnisgewinn bestand jedoch darin, dass in vielen kälteren Regionen der Erde die Sonneneinstrahlung noch weitaus höher ist und somit – trotz der niedrigen Umgebungstemperaturen – auch die Produktivität der Solaranlagen. Neben der Intensität der Sonnenstrahlung, die mit der Höhenlage der Regionen ansteigt, trägt zudem die dünne Höhenluft dazu bei, dass mehr Sonnenstrahlen von der Photovoltaikanlage absorbiert werden können.

Südpol und südliche Anden sind optimale Standorte

Aufgrund ihrer Forschungsergebnisse geben die japanischen Wissenschaftler das Himalaya-Gebirge, den Südpol sowie die südlichen Anden als optimale Standorte für Solaranlagen an. Die Solarenergie, die alleine auf dem Mount Everest im Himalaya-Gebiet gewonnen werden könnte, wäre ein erstklassiger Stromlieferant für die Republik China, so Kotaro Kawajiri. Ebenso produktiv wäre die Solarstromgewinnung während der Sommermonate am Südpol, in denen eine nahezu ganztätige Sonnenstrahlung vorherrscht.

Anhand des japanischen Wissenschaftsprojekts wurde bewiesen, dass nicht nur in heißen Gebieten Solarstrom gewonnen werden kann. Ganz im Gegenteil. Bei 40 Grad Celsius verlieren Solarzellen 13 % ihres Wirkungsgrads durch Wärmeverlust. Somit führen niedrigere Temperaturen eher zur Produktivitätssteigerung von Solarzellen. In weiteren Forschungsvorhaben werden deshalb zusätzliche Variablen wie Übertragungsverluste und Schneefall eine wichtige Rolle spielen.

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