Kristin Kambach
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01.02.2013


Biomüll in einer Mülltonne

Jeden Tag werfen wir Reste von Gemüse, Obst oder andere Grünabfälle wie Gras oder Laub in den Müll. Zukünftig könnten wir uns diese Abfälle jedoch zu nutzen machen und aus ihnen Kohle für die Stromerzeugung gewinnen. Die Natur braucht viele Millionen Jahre, um Biomasse in Kohle zu wandeln. Ein Unternehmen nahe Berlin benötigt dafür lediglich drei Stunden.

Die Kohle, so sagt Geschäftsführer Friedrich von Ploetz, habe fast die gleichen Eigenschaften wie herkömmliche Braunkohle. Allerdings gibt es einen kleinen Unterschied. Die Kohle der Firma Suncoal ist CO2-neutral und belastet somit nicht die Umwelt. Langfristig könnten Kohlekraftwerke also mit Biokohle, anstatt mit CO2 belastender Kohle betrieben werden. Zusätzlich könnte das Image der Bioenergie wieder aufpoliert werden, welches in den letzten Jahren wegen der Strom- oder Ölerzeugung durch Pflanzen wie Mais und Raps stark gelitten hat. Felder würden wieder verstärkt mit anderen Lebensmitteln wie Getreide bepflanzt und so primär für die Nahrungsproduktion verwendet werden. Die hierbei anfallenden Abfälle eignen sich wiederum für die Kohleproduktion.

Wie funktioniert der Vorgang?

Der Vorgang der Kohleerzeugung wird auch Karbonisierung genannt und ist ein technisch sehr robustes Verfahren. Laut Energieforschern kann jedes pflanzliche Produkt in die Anlage gesteckt und auf diese Weise als Energiequelle genutzt werden. Hier wird der Biomasse in einem ersten Schritt bei rund 200 Grad unter einem Druck von 20 Bar das Wasser entzogen. Als Resultat erhält man einen schwarzen Brei, der überwiegend aus dem Kohlenstoff der Biomasse besteht. Im Anschluss wird dieser erneut zur Entwässerung in eine Presse gegeben und danach unter Hitze getrocknet. Für den gesamten Prozess benötigt das Unternehmen lediglich etwa 10 bis 15 Prozent des Energiegehalts der Endprodukte. In einer Stunde erzeugt die Anlage mit 200 Kilogramm Biomasse 60 bis 70 Kilogramm Biokohle. Als Endprodukt kommen schließlich kleine Pillen aus Kohle heraus.

Biomüll könnte hochgerechnet Strom für 2,5 Millionen Haushalte liefern

Allein in Deutschland könnte man mit solchen Anlagen jährlich fast vier Millionen Tonnen Kohlenstoff gewinnen und diesen als Brennstoff den Kraftwerksbetreibern zuführen. Ein Volumen, mit dem 2,5 Millionen Haushalte Strom erhalten könnten. Einziges Manko stellt momentan noch der hohe finanzielle Aufwand dar. Energieexperten sind sich jedoch sicher, dass sich die Kosten in den kommenden Jahren stetig reduzieren werden, was Investitionen in diese Art von Neuentwicklungen immer attraktiver erscheinen lässt.

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