Kristin Kambach
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04.10.2012

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Die Castor-Transporte nach Gorleben sollen gestoppt werden. Niedersachsens Grünen-Fraktion sowie der liberale Umweltminister Stefan Birkner sprechen sich deutlich gegen weitere Castortransporte mit Ziel Gorleben aus.

Anfang September 2012 wurde auf einer Klausurtagung von Bündnis 90/Die Grünen ein Papier mit der Kernaussage verabschiedet, dass Verursacher von Atommüll diesen zukünftig selbst zwischenlagern müssen. Damit greift die Fraktion einen Vorstoß des niedersächsischen Umweltminister Stefan Birkner (FDP) auf. Dieser ist der Ansicht, dass statt Gorleben „jetzt auch mal andere dran sind“.

Niedersachen und insbesondere Gorleben hätten in der Vergangenheit den gesamten deutschen Atommüll aus ausländischen Wiederaufbereitungsanlagen eingelagert. Damit soll jetzt Schluss sein, wenn es nach Birkner und der Grünen-Fraktion geht.

Bis 2015 sollen fünf Castoren aus dem französischen La Hague nach Deutschland transportiert werden, 21 weitere folgen aus Sellafield in Großbritannien. Es sei denn, der Transport wird vorher gestoppt. Der bisher letzte Castorbehälter rollte im November 2011 unter großem Widerstand nach Gorleben.

Die Castor-Transporte nach Gorleben stoßen auch bei der angrenzenden Bevölkerung auf großen Unmut. Einer Umfrage von TNS Emnid zufolge, steht den Transporten nur knapp ein Drittel positiv/neutral gegenüber. Zwei Drittel votieren für einen Stopp der Atommüll-Beförderung. Eine weitere Umfrage, ebenfalls von TNS Emnid, zeigt auf, dass mehr als zwei Drittel der Bürger die Frage der Überschreitung des Strahlen-Grenzwertes in Gorleben nicht für hinreichend geklärt halten. Demnach sei ein Transport unverantwortlich.

Der Atomausstieg zum 31. Dezember 2022 ist beschlossene Sache. In den kommenden zehn Jahren wird die Atomkraft dennoch die Schlagzeilen der Energieversorgung bestimmen. Gorleben und Niedersachsen könnten die größten Leidtragenden dabei sein, sollte sich die Initiative gegen den Atommüll nicht zeitnah durchsetzen.

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