Unabhängigkeit durch Erdgas und Öl

Kristin Kambach
bei  Google Plus
14.11.2012

Diesen Artikel...


Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) befinden sich die USA auf direktem Weg in die energetische Unabhängigkeit. Bereits im Jahr 2017 sollen die Vereinigten Staaten die jetzigen Spitzenreiter Saudi-Arabien und Russland in der Öl- und Gasförderung abgelöst haben. Für 2035 prognostiziert die IEA die amerikanische Energie-Autonomie.

Das Thema war bereits ein Dauerbrenner im amerikanischen Wahlkampf zwischen Barack Obama und Mitt Romney: die Unabhängigkeit der USA von ausländischen Öl- und Gasimporten. Was in diesem Zuge vereinzelt als zukunftsferne Vision eingestuft wurde, scheint nun doch sehr nah. Zumindest nach Aussage des jüngst vorgestellten Welt-Energie-Ausblick 2012 [1] der Internationalen Energieagentur (IEA)[2]. Laut dem Bericht werden die Vereinigten Staaten von Amerika in etwa fünf Jahren die weltweit größten Fördermengen von Erdöl und Erdgas für sich verbuchen können. Die komplette energetische Unabhängigkeit von ausländischen Importen sagen die Experten für das Jahr 2035 voraus. Ab diesem Zeitpunkt würde die größte Volkswirtschaft der Welt ausschließlich als Energie-Exporteur in Erscheinung treten. Aktuell können die USA ihren Energiebedarf zu 80% durch inländische Förderung decken.

Die Zunahme der amerikanischen Förderung gründet auf der Tatsache, dass die USA seit einigen Jahren verstärkt auf die Gewinnung unkonventioneller Erdöl- und Erdgasvorkommen setzen. Unkonventionelle Vorkommen lagern in sehr dichten, feinporigen Gesteins- und Sandschichten. Diese Lage macht eine Förderung mit herkömmlichen Methoden unmöglich. Aus diesem Grund wenden die Amerikaner hierzu das sogenannte Fracking an. Beim Fracking handelt es sich um ein äußerst aufwendiges und kostenintensives Verfahren, bei dem die Dichte der Gesteinsschichten durch ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien aufgebrochen und für den Abtransport der fossilen Energieträger durchlässig gemacht werden. Insbesondere wegen des Einsatzes von Chemikalien, die mitunter eine Gefahr für das Grundwasser darstellen, ist das Fracking nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland, fortwährender Kritik ausgesetzt.
Ungeachtet der potenziellen Risiken, so scheint es zumindest, streben die USA mit Nachdruck ihrer energetischen Autonomie entgegen.
Eine Zusammenfassung des 690 starken Berichts, in denen zudem die Schlüsselthemen Energieeffizienz, CO2-Emmissionen, Atomausstieg und die Rolle der Erneuerbaren angesprochen werden, finden Sie hier.

 

Weltweite Erdölförderung 2011 (in Millionen Tonnen)
1. Saudi-Arabien 525,8
2. Russland 511,4
3. USA 352,3
4. Iran 205,8
5. China 203,6
Weltweiter Erdölverbrauch 2011 (in Millionen Tonnen)
1. USA 833,6
2. China 461,8
3. Japan 201,4
4. Indien 162,3
5. Russland 136,0
Weltweite Gasförderung im Jahr 2011 (in Milliarden Kubikmeter)
1. USA 651,3
2. Russland 607,0
3. Kanada 160,5
4. Iran 151,8
5. Katar 146,8

Weltweiter Erdgasverbrauch 2011 (in Milliarden Kubikmeter)
1. USA 626,0
2. Russland 328,1
3. Iran 138,0
4. China 117,6
5. Japan 95,0

Quelle: Bundeswirtschaftsministerium

 

Weiterführende Informationen:

Internationale Energieagentur (englisch)

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)

Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V.

Deutsche Rohstoffagentur (DERA)


[1] http://www.iea.org/publications/freepublications/publication/German.pdf

[2] http://www.energieforschung-iea.de

VN:F [1.9.22_1171]
Hier kannst du den Beitrag bewerten:
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
USA streben energetischer Unabhängigkeit entgegen, 5.0 out of 5 based on 1 rating