AAB
18.01.2013


Offshore Anlage

Am 14. Dezember 2012 hat der Bundesrat das Dritte Gesetz zur Neuregelung energiewirtschaftlicher Vorschriften (EnWG) verabschiedet, welches am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten ist. Inhalt der Novelle ist unter anderem eine Netzanbindungsregelung für Offshore-Windparks sowie ein gültiger Rahmen für den Bau und Betrieb von Offshore-Netzen. Ebenfalls wurde die Haftung der Netzbetreiber bei Verzögerung der Fertigstellung von Netzanschlüssen modifiziert.

Was sind Offshore-Windparks?

Der Begriff „Offshore-Windpark“ bezeichnet einen Windpark, dessen Fundament im Meeresboden verankert ist. Die dort stetig auftretenden Winde werden zur Energiegewinnung genutzt. Bisher findet man Offshore-Windparks ausschließlich in Küstennähe auf dem so genannten Festlandsockel.

Wie verhält es sich nach der Novelle mit der Haftung der Netzbetreiber?

Als eine Folge der Novelle wird die Haftung des ÜNB, also des anschlussverpflichteten Übertragungsnetzbetreibers, beschränkt. Der ÜNB haftet bei fahrlässig verursachten Verzögerungen nun nur noch mit maximal 17,5 Millionen Euro pro Schadensfall. Bei grob fahrlässig verursachten Verzögerungen greift eine Staffelregelung, bei der Summen zwischen 200 Millionen und 1 Milliarde Euro fällig werden können.

Die Stiftung Offshore-Windenergie begrüßt diesen Schritt und sieht in ihm einen entscheidenden Meilenstein im Ausbau der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Bau von Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee. Ferner erhofft man sich hierdurch, die bisherigen Defizite bei der Netzanbindung von Offshore-Windparks wettmachen zu können.

Stiftungsvorsitzender Jörg Kuhbier spricht sich außerdem für eine umgehende Beauftragung der drei Netzanschlüsse DolWin3 und BorWin3 und 4 aus, die derzeit im Vergabeverfahren stehen und seit 2011 ausstehen. Allerdings ist bisher noch unklar, ob der ÜNB TenneT diese anstehenden Netzausbaumaßnahmen auch finanzieren kann. Daher sei aus Sicht der Stiftung Offshore-Windenergie, wie Kuhbier betont, ein Engagement der KfW-Bank bei der Finanzierung der nächsten drei bis vier Offshore-Netzanbindungssysteme unerlässlich.

Mehrkosten für Letztverbraucher

Die deutschen Netzbetreiber können etwaige Mehrkosten im Rahmen der Haftungsregelung mit maximal 0,25 Cent pro Kilowattstunde auf den Endkunden abwälzen.

Weiterführende Informationen

http://www.erneuerbare-energien.de/die-themen/windenergie/

http://www.offshore-wind.de

http://www.offshore-stiftung.com

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