Genauen Energieverbrauch ermitteln

Kristin Kambach
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28.11.2012

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Kurz vor Jahreswechsel beginnen viele Energieversorger mit dem Ablesen der Strom- und Gaszähler. Die hierbei erhobenen Werte entscheiden schließlich über Nachzahlung oder Rückerstattung. Detaillierte Informationen darüber, wann genau wie viel Energie verbraucht wurde, liefern die Zahlen hingegen nicht – obwohl sie das durchaus könnten.

Das Zauberwort heißt in diesem Fall Smart Meter bzw. intelligenter Zähler. Hierbei handelt es sich um eine neue Gerätegeneration, die im Gegensatz zu den herkömmlichen Ferraris-Zählern[1] nicht nur den jährlichen Gesamtverbrauch anzeigt, sondern – variierend nach Anbieter – mit etlichen Zusatzfunktionen ausgestattet ist. Smart Meter mit den folgenden Eigenschaften sowie deren Vor- und Nachteilen sind in Deutschland im Groß- und Endkundenbereich auf dem Markt:

  • Via DSL-Verbindung werden Verbrauchsdaten direkt an das jeweilige Energieunternehmen gesendet (dieser Vorgang wird Smart Metering genannt), ein Ablesen durch den Kunden oder das Unternehmen erübrigt sich und der jährliche Abrechnungsturnus kann etwa auf einen monatlichen verkürzt werden. Außerdem sind die Unternehmen über diese Funktion in der Lage, sündiger Kundschaft aus der Ferne die Energiezufuhr einzustellen, ein häufig von Verbraucherschützern geäußerter Kritikpunkt. Datenschützern mahnen in diesem Zusammenhang hingegen die Gefahr des `gläsernen Bürgers‘ an. Ihre Argumentation baut darauf auf, dass die Energieunternehmen bei gezielter Analyse der Verbrauchsdaten Rückschlüsse auf zu viele persönliche Daten ziehen könnten. Bsp.: Herr Watt duscht täglich am späten Vormittag, die Heizung ist ganztätig eingeschaltet und am Wochenende schnellt sein Energieverbrauch regelmäßig in die Höhe. Mögliche Schlussfolgerung: Herr Watt ist arbeitslos und viel zu Hause, schläft bis in den Vormittag hinein und am Wochenende besuchen ihn seine Kinder oder die Fernbeziehung.
  • Ein Display informiert den Kunden detailliert und zeitgenau über den Verbrauch. Auf diese Weise können energieintensive Geräte und Vorgänge enttarnt und ein bewussterer Ressourcenumgang ermöglicht werden.
  • Ebenfalls kann auf einem solchen Display angezeigt werden, zu welcher Tageszeit der Energiepreis besonders hoch/niedrig ist. Hieran kann der Verbraucher sein Verhalten orientieren und Energiekosten einsparen. Spezielle Geräte können zudem so programmiert werden, dass sie sich immer dann automatisch einschalten, wenn der Strompreis besonders niedrig ist.

Das Bundesumweltministerium, welches die Installation von intelligenten Zählern generell unterstützt, sieht in den technischen Neuerungen einen wichtigen Ansatzpunkt zur Realisierung intelligenter Netze, die im Zuge der Energiewende dringend benötigt werden. „Die Vision eines intelligenten Netzes verbindet alle Akteure, also Erzeuger, Verbraucher und Energiespeicher, über den Einsatz moderner Kommunikationstechnologien und Schnittstellen so miteinander, dass die Erzeugung, die Nutzung und der Ausgleich des fluktuierenden Erneuerbaren-Stroms besser aufeinander abgestimmt und optimiert werden. Die intelligenten Zähler sind der Taktgeber für ein solches intelligentes Netz.“[2]

In Deutschland sind die intelligenten Zähler bisher vor allem in Großbetrieben vorzufinden. Seit 2010 ist es zudem verpflichtend, diese in Neubauten und nach Totalsanierungen zu installieren.[3]

Auch wenn sich Vor- und Nachteile von intelligenten Zählern in die Waage halten sollten, sind es doch gerade diese Art von Neuentwicklungen, die wir benötigen. Angesichts des schier unaufhaltsamen Anstiegs des Weltenergiebedarfs muss ein Fokus zumindest auf den bewussten Umgang mit Energie gerichtet werden. Und dies ist nur zu erreichen, wenn der Verbraucher weiß, wie viel er bei welcher Tätigkeit verbraucht.

 

Weiterführende Informationen:

Unternehmensinitiative für Smart Meter

Website, die sich nur mit dem Thema Smart Meter beschäftigt

Informationen vom Bund über Smart Meter


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Smart Meter für mehr Energiebewusstsein, 5.0 out of 5 based on 1 rating