Immer mehr Menschen von Energiearmut betroffen

Kristin Kambach
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02.10.2012

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Der Begriff Energiearmut ist seit dem Frühling 2012 wieder verstärkt in den deutschen Medien vertreten. Hier steht er im Zusammenhang mit Meldungen zum kontinuierlichen Strompreisanstieg und weist darauf hin, dass die Begleichung der Stromrechnung für Personen mit niedrigem Einkommen ein immer größer werdendes Armutsrisiko darstellt. Laut Aussage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sind hiervon bereits heute bis zu 15% der deutschen Bevölkerung betroffen – Tendenz steigend.

Seit dem Jahr 2000 befindet sich der Strompreis auf einem stetigen Aufwärtstrend. Musste ein Verbraucher zur Jahrtausendwende durchschnittlich noch 13,94 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zahlen, ist zwölf Jahre später mit 25,74 Cent fast eine Verdopplung der Kosten erreicht. Dies verursacht bei einkommensschwachen Haushalten eine überdurchschnittlich hohe Belastung, denen immer weniger von ihnen standhalten können.

In der Konsequenz greifen die vier großen deutschen Energieversorger (Eon, EnBW, RWE, Vattenfall) zum letzten und folgenschwersten Mittel – sie kappen den Haushalten die komplette Stromzufuhr. Ein aus Sicht der Stromlieferanten nachvollziehbares Vorgehen, das jedoch an Pein und Unwürdigkeit für die Betroffenen kaum zu überbieten ist. Gesicherte Zahlen gibt es nicht, doch Experten gehen davon aus, dass diese Praktik im Jahr 2011 bei 600.000- 800.000 Haushalten angewandt wurde (kurze, stundenweise Stromsperrungen eingerechnet)

Eine Hochrechnung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen  ging für 2011 von rund 600.000 Stromsperren bundesweit aus, Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher wird mit 800.000 Sperren zitiert ebenso wie die Hochrechnung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Tiefergehende Links findet Ihr unterm Text.

Aufgrund dieser alarmierenden Daten sowie der jüngsten Ankündigungen eines erneuten Strompreisanstiegs, fordern Sozialverbände, Verbraucherzentralen und Oppositionspolitiker vehement ein Ende der Kostentreiberei. Überdies mehren sich die Stimmen, welche die Stromanbieter zum Angebot eines günstigen Sozialtarifs verpflichten wollen. Eine Forderung, die Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) grundsätzlich ablehnt. Sein Konzept zur Bekämpfung der Energiearmut stützt sich auf kostenlose Informations- und Beratungsgespräche zu Stromsparen & Co.

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