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09.01.2013

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Biokraftstoff Super E10

Nach einem äußerst verhaltenen Start im Jahr 2011, der von einer sehr kritischen öffentlichen Debatte begleitet wurde, stieg der Absatz des Benzins Super E10 in Deutschland im vorigen Jahr kontinuierlich an. In den ersten drei Quartalen resultierte daraus ein Anteil von 13,95 % am Benzinmarkt. Der Verbrauch von E10 lag damit nach den aktuellen Verbrauchsdaten des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) von Januar bis September 2012 bei 1,9 Millionen Tonnen (2011: 1,3 Mio. Tonnen bzw. 8,6 % Marktanteil).

Was ist Super E10?

Unter Super E10 versteht man einen Ottokraftstoff, der zwischen 5 und 10 Prozent Bioethanol enthält. Ein Alkohol, der ausschließlich aus Biomasse gewonnen wird. Der Kraftstoff wurde seit Anfang 2011 in Deutschland schrittweise eingeführt, um den Auflagen resultierend aus der Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2009/28/EG zu entsprechen.

Bisher kann E10 nur von 99 Prozent aller PKW deutschen Fabrikats ohne Einschränkung genutzt werden. Nähere Informationen hierzu kann der Liste zur E10-Verträglichkeiten von Kraftfahrzeugen entnommen werden.

Ethanol an sich verfügt über knapp 32 Prozent weniger Energie als Benzin. Da die Motoren bisher nicht für E10-Kraftstoff optimiert wurden, kann dies mit einem Mehrverbrauch von 1,5 bis 3 Prozent einhergehen.

Warum Super E10?

Die Beimischung von Bioethanol wurde eingeführt, um die gesetzlich vorgeschriebene Biokraftstoffquote zu erfüllen und den Verbrauch fossiler Energie sowie den Ausstoß von CO2 zu reduzieren.

Kritik und Unsicherheit

Auch wenn der Marktanteil von Super E10 gestiegen ist, haben viele Autofahrer immer noch Hemmungen ihr Auto mit dem günstigeren Kraftstoff zu betanken. Wie das Institut TNS Infratest im Auftrag des BDBe (Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft) herausgefunden hat, liegt dies vor allem daran, dass sie diesem technisch nicht vertrauen und bei E10-Verwendung einen Motorschaden befürchten.

78 Prozent der Autofahrer tanken E10 ausschließlich wegen des Preisvorteils gegenüber normalem Ottokraftstoff. Mit 38 Prozent sind die meisten E-10-Nutzer im Süden Deutschlands zu finden. Erhöhte Sicherheit für Autofahrer soll die seit dem 01. Januar 2013 gültige Norm für „Kraftstoffe für Kraftfahrzeuge – Unverbleite Ottokraftstoffe“ bieten, die gewährleisten will, dass in allen europäischen Mitgliedsländern die gleichen hohen Qualitätsstandards für den Kraftstoff gelten.

Viele Umweltschützer sehen E10 ebenfalls kritisch. So erwarten etwa der BUND, Greenpeace und Rettet den Regenwald durch den Kraftstoff keine positiven Effekte für die Umwelt.

Als Kritikpunkte werden hier beispielsweise genannt:

  • die Nutzung von Ackerflächen für Treibstoff,
  • die Zerstörung von Urwäldern zur Erzeugung von Bioethanol,
  • der Energieeinsatz für die Herstellung und den Betrieb von Bearbeitungsgeräten
  • die Ethanolerzeugung sowie der Ausstoß von Luftschadstoffen.

Weiterführende Informationen:
http://www.bmu.de/themen/luft-laerm-verkehr/verkehr/kraftstoffe/e10-kraftstoffe/
http://www.bmu.de/uebrige-listen/e10-e10-mehr-bio-im-benzin/

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