Vier-Personen-Haushalte zukünftig mit 100 Euro Mehrkosten?

Kristin Kambach
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04.10.2012

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Peter Altmaier hat dem stetigen Strompreisanstieg in Deutschland den Kampf angesagt. Hierzu lädt der Minister im Oktober 2012 relevante Akteure aus Wirtschaft und Politik zu einem runden Tisch ein.

Übergeordnetes Ziel dabei ist, Konzepte zu entwickeln, die den Spagat zwischen dem Ausbau der erneuerbaren Energien und moderater Strompreisentwicklung schaffen. Kritiker werfen dem Umweltminister derweilen vor, für die hohen Kosten selbst (mit)verantwortlich zu sein.

Netzausbau könnte bis zu 30 Milliarden Euro kosten

Seit dem Jahr 2000 verzeichnet der deutsche Strompreis einen scheinbar unaufhaltsamen Anstieg. Als Verantwortliche und Preistreiber galten hierfür in erster Linie die vier deutschen Stromkonzerne RWE, Vattenfall, E.ON und EnBW, die den deutschen Strommarkt trotz Liberalisierung zu ca. 80% beherrschen. Inzwischen mehren sich jedoch Stimmen aus Wissenschaft und Wirtschaft, die den Anstieg vielmehr mit der (fehlerhaften) Politik des Umweltministers erklären.

Hauptursache sei demnach nicht das Profitstreben der Konzerne, sondern die immensen Kosten für Subventionen regenerativer Energien sowie der geplante Netzausbau. Letzterer soll nach Schätzungen Kosten bis zu 30 Milliarden Euro verursachen und ist laut Umweltminister notwendig, um insbesondere den Strom der Offshore-Windanlagen in Nord- und Ostsee in alle Landesteile zu transportieren.

Anstieg von bis zu 5,3 Cent pro Kilowattstunde

Eine generelle Notwendigkeit des Ausbaus wird zwar nicht bestritten, der Umfang jedoch sehr wohl. Fest steht, dass die Kosten für Stromtrassen, Subventionen & Co. durch die EEG-Umlage hauptsächlich vom Stromkunden getragen werden. Die EEG-Umlage macht heute bereits 14% des Strompreises aus und soll in den kommenden Monaten einen Anstieg von bis zu 5,3 Cent pro Kilowattstunde erfahren. Auf einen Vier-Personen-Haushalt kämen in diesem Fall Mehrkosten von ca.100 Euro zu.

Der Strompreis in Deutschland setzt sich aktuell wie folgt zusammen

  • 34,7%:  Stromerzeugung
  • 20,0%:  Netznutzung
  • 15,7%:  Mehrwertsteuer
  • 14,0%:  EEG
  • 8,0%:    Stromsteuer/Ökosteuer
  • 7,0%:    Konzessionsabgabe
  • 0,6%:    §19-Umlage

Mit welchen Maßnahmen Bundesminister Altmaier dem Strompreisanstieg konkret begegnen möchte, ist noch ungewiss. Gewiss scheinen jedoch wütende Reaktionen der Verbraucher zu sein, wenn die grüne Wende nur mit einem tiefen Griff in den Geldbeutel des Endkunden zu stemmen ist.

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